Die deutsche Erinnerungskultur verändert sich, auch durch den Wandel unserer Gesellschaft in eine Migrationsgesell-
schaft. Unser Geschichtsnarrativ ist nicht mehr das einzig gültige. Die Perspektiven von Geschichtsschreibung sind
kulturell differenzierter und die Geschichtsvermittlung in der politischen Bildung ist interkulturell.

Die Beschäftigung mit dem Holocaust kann dabei über unterschiedliche nationale Geschichtskulturen hinweg zum
gemeinsamen Referenzpunkt werden, wenn es darum geht die Mechanismen zu verdeutlichen, unter denen eine
Gesellschaft verbrecherisch wird und ihre Übereinkünfte darüber aufgibt, was gut, böse, rechtens und kriminell ist.

Das Projekt „Von Opfern, Zivilcourage und Überforderung“ beginnt im Januar mit der Ausstellung „Deine Anne, ein
Mädchen schreibt Geschichte“ und wird bis Juni in unterschiedlichen Formaten einen Bezug zu der heutigen
Situation von Flucht, Zuwanderung und Abschiebung herstellen. Themen sind u.a. Zivilcourage, Rechtsradikalismus,
demokratische Teilhabe und Gleichberechtigung.